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Die Geschichte der Ruine Schimmelsprung


Blickt man von Gars aus nach Südwesten, so sieht man auf einem hohem Fels, ca. 100 m über dem Kamp, die Mauerreste der ehemaligen Burg des Heinrich von Tumbenowe, der 1200 seinem Herrn, den Erzherzog Leopold VI. von Babenberg, als Kämmerer nach Zwettl begleitete, um hier als Zeuge die Rechte der neuen Stadt zu bestätigen. Auch die Stiftsurkunde von Lilienfeld trägt seinen Namen. Die erste urkundliche Erwähnung der Burg selbst erfolgte im Jahre 1196, jedoch nicht mit der Bezeichnung Schimmelsprung sondern als "altes Thunauer Schlössl".

Heinrich von Tumbenowe war der Sage nach ein Raubritter, der weit und breit gefürchtet war und dessen Hauptbeschäftigung darin bestand, Handelsreisende auszurauben, Dörfer zu überfallen und zu plündern und reiche Leute gefangenzunehmen, um von ihnen Lösegeld zu erpressen.
Niemand wagte sich, etwas gegen ihn zu unternehmen, da er, so erzählte man, mit dem Teufel im Bunde sei. Schließlich trieb er es aber gar zu arg und raubte aus einer Kirche die heiligen Meßgefäße.

Als dies bekannt wurde, da packte die Leute der ganzen Umgebung der gerechte Zorn. Von ringsrum kamen die Bauern zusammen, bewaffneten sich und rückten unter Führung einiger gutgesinnter Ritter gegen die Burg vor. Schon nach kurzer Zeit war diese völlig eingeschlossen und man ging an die Belagerung. Schleudermaschinen warfen große Steine gegen die Mauern, mit mächtigen Baumstämmen versuchten die Belagerer die Tore einzustoßen und ganze Wolken von Brandpfeilen wurden auf die Dächer der Burg geschossen.
Der Raubritter und seine Leute wehrten sich tapfer, doch konnten sie nicht verhindern, daß die Tore zusammenbrachen und die Dächer in Flammen aufgingen. Schließlich stürmten die Belagerer in den Burghof, um den Ritter endlich zu erwischen und ihn für seine Missetaten zu bestrafen.

Als dieser sah, daß es keinen Ausweg mehr gab, sprang er auf sein Pferd, einen mächtigenSchimmel, und versuchte zu entfliehen. Er mußte jedoch bald erkennen, daß ihm das unmöglich war. In dieser ausweglosen Situation lenkte er sein Pferd zu den steil ins Kamptal abfallenden Felsen, gab ihm die Sporen und sprang mit einem weiten Satz in die Tiefe.

Die Burg wurde darauf hin völlig zerstört und nicht mehr aufgebaut. Nachdem die letzte geschichtliche Erwähnung des Heinrich von Tumbnowe aus dem Jahr 1214 datiert, kann angenommen werden, dass sich der sagenumwobene "Schimmelsprung" in diesem Jahr zugetragen hat.

 
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